Gründer fragen

Fragen und Antworten für Firmengründer

Wenn Sie als Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft auf der Grundlage Ihrer an einem Max-Planck-Institut entwickelten Technologie ein Unternehmen gründen wollen, dann bieten wir Ihnen kompetenten Rat und professionelle Hilfe – je nach Ihrem Bedarf. Betrachten Sie uns als Ihren Sparringspartner!

Im Folgenden versuchen wir, die wichtigsten Fragen zu beantworten. Für alle weiteren Fragen rufen Sie uns bitte an oder schicken uns eine Email.

 

Das Spektrum unserer Dienstleistungen erstreckt sich über den gesamten Gründungsprozess und die anschließende Aufbauphase, d.h. von der ersten Evaluierung und Diskussion Ihrer Unternehmensidee, der Unterstützung bei der Business- und Finanzplanung, der Patentbetreuung und Vermittlung von Netzwerkpartnern über die Finanzierungsphase bis zur längerfristigen Betreuung (z.B. über ein Mandat im Beirat oder Aufsichtsrat der jeweiligen Firma) und dem Management-Coaching.

Als Wissenschaftler der MPG können Sie grundsätzlich Gesellschafter einer Ausgründung sein. Sie können auch als Mitarbeiter in die Firma wechseln, dürfen dann aber nicht mehr am MPI angestellt bleiben. Sofern Sie ihre wissenschaftliche Tätigkeit am MPI als Angestellter fortsetzen wollen, können sie das ausgegründete Unternehmen im Rahmen einer genehmigungspflichtigen Nebentätigkeit weiterhin beraten und unterstützen. Eine geschäftsführende bzw. leitende Tätigkeit im Unternehmen wird jedoch als Nebentätigkeit grundsätzlich nicht erlaubt, um der Gefahr von Interessenskonflikten zu begegnen.

Ein Business Plan ist die Skizzierung ihrer Unternehmensidee und der geplanten Umsetzung. Der Business Plan ist Ihr wichtigstes Dokument – insbesondere, um Investoren zu überzeugen. Er sollte unbedingt mit einer kurzen Zusammenfassung (Executive Summary) beginnen, um den Leser zur weiteren Lektüre zu ermuntern. Und angesichts der Vielzahl an Business Plänen, die Investoren tagtäglich zu lesen haben, sollten Sie die Executive Summary so spannend wie den Kurztext zu einem Bestseller verfassen ! Darüber hinaus befasst sich ein Business Plan üblicherweise auf bis zu ca. 30 Seiten mit folgenden Themenpunkten:

Angesichts der vielen guten und meist kostenlos im Internet erhältlichen Business Plan-Handbücher verzichten wir auf ausführliche Darstellungen zu den einzelnen Punkten und verweisen stattdessen auf entsprechende Download-Möglichkeiten.

Als Wissenschaftler sind Ihnen Begriffe wie GuV, Abschreibungen und EBIT möglicherweise wenig vertraut. Daher beraten wir Sie bei der Finanzplanung und unterstützen Sie mit Mustervorlagen sowie Beispiel- und Vergleichsmaterial für ihre Kostenkalkulation.
Bestandteile einer soliden Finanzplanung sind die Liquiditätsplanung, die Personalkostenplanung, die Planung von Investitionen und Abschreibungen, die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sowie ggf. eine Plan-Bilanz.

Weder die Max-Planck-Gesellschaft noch Max-Planck-Innovation verfügen über die Möglichkeit zu Seed-Investments in Form von Kapital. Die Max-Planck-Gesellschaft kann jedoch als Technologieinvestor im Einzelfall bei der Vergabe einer Lizenz an eine MPG-Ausgründung auf die Zahlung einer Einstandszahlung (sog. Upfront-Payment) verzichten und stattdessen Unternehmensanteile an der Ausgründung nehmen. Dieser Verzicht ist analog zu einem Finanz-Investment und daher erhält die Max-Planck-Gesellschaft in diesen Fällen die klassischen Rechte eines Co-Investors.

Grundsätzlich wird zwischen einer Eigenkapital- und einer Fremdkapitalfinanzierung unterschieden, wobei ähnlich wie bei einer Baufinanzierung für ein Eigenheim gilt dass eine 100%ige Fremdkapitalfinanzierung unrealistisch ist. Eigenkapitalfinanzierung bedeutet jedoch nicht, dass ausschließlich die Gründer den Kapitalbedarf der Firma aus Eigenmitteln aufbringen müssen. Eigenkapital kann auch von zunächst außenstehenden Personen (z.B. Business Angels) oder Institutionen (z.B. Venture Capital-Gesellschaften oder strategische Investoren) in die Firma eingebracht werden. Im Gegenzug erhalten diese Investoren dafür Firmenanteile.
Durch das breite Netzwerk an VC-Gesellschaften, Banken und Business Angels, das Max-Planck-Innovation in mehr als 15 Jahren etabliert hat, ist es eine unserer Hauptaufgaben, die Gründer bei der Sicherung einer Finanzierungsrunde zu unterstützen. Wir stellen zu diesem Zweck die Kontakte her und begleiten die Finanzierungsverhandlungen.

Unter Venture Capital versteht man Finanzmittel, die sog. Venture Capital-Gesellschaften (VCs) (auch Risikokapitalfirmen genannt) meist als Eigenkapital im Gegenzug zu einer Beteiligung am Unternehmen zur Verfügung stellen. VCs verfügen üblicherweise über einen Fonds, der mit Geldern sowohl institutioneller wie auch privater Anleger gespeist sein kann. Die Fondsvolumina reichen von 20 bis 250 Mio. Euro, in Ausnahmefällen auch mehr. Dieses Kapital investieren die VCs zumeist in risikobehaftete und wachstumsstarke junge High-Tech-Unternehmen und erhalten im Gegenzug dazu einen Gesellschafteranteil an dem Unternehmen. Die Höhe dieses Anteils bemisst sich an Bewertung des Unternehmens. Üblicherweise erhalten Investoren in der Seed-Finanzierungsphase zwischen 15 und 50% der Firmenanteile.

Beispiel: Es wurde eine GmbH mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro gegründet. Ein Investor bewertet die Vermögenswerte der GmbH, also die Unternehmens- bzw. Produktidee, die Patente und Lizenzen, die Marktaussichten, die persönliche und fachliche Qualifikation der Gründer usw. insgesamt mit 2,5 Mio. Euro vor dem Investment. Der Investor investiert 1,5 Mio. Euro, so dass die Bewertung nach dem Investment 4 Mio. Euro beträgt. Der Investorenanteil am Unternehmen entspricht dabei dem prozentualen Anteil des getätigten Investments zur Bewertung nach dem Investment.

Stammkapital

in %

Gründer

25.000

62,5 %

2,5 Mio. Euro (Pre-money)

Finanz-Investor

15.000

37,5 %

1,5 Mio. Euro (Investment)

40.000

100 %

4,0 Mio. Euro (Post-money)

Als Business Angel bezeichnet man eine vermögende Privatperson, die neben ihrem Kapital auch ihre Beratungsleistung in junge Start-Ups investiert. Üblicherweise sind die Investitionen im Vergleich zu denen von VCs geringer, so dass Finanzierungen über Business Angels in der Regel - vor allem bei Biotechnologieunternehmen - nur eine erste Anschubfinanzierung sein können. Auch Business Angels erhalten im Gegenzug für ihre Investments einen Gesellschafteranteil und beanspruchen dafür ähnliche Rechte wie VCs. Gute Business Angels verfügen über langjährige Berufs- und Managementerfahrung oder haben erfolgreich eigene Unternehmen aufgebaut. Sie sind teilweise in Business Angel Netzwerken organisiert, um den Kontakt mit Firmen zu erleichtern. Wie immer in einer guten Partnerschaft ist auch zwischen Gründern und Business Angels ein gutes Verhältnis eine wesentliche Voraussetzung für eine tragfähige Zusammenarbeit.

Eine Stille Beteiligung gehört zu den so genannten Mezzanine-Finanzierungsmöglichkeiten. Dies bedeutet, dass sie sowohl Fremd- als auch Eigenkapitalcharakter besitzen. Mit einer Stillen Beteiligung wird der Firma Kapital über einen längeren Zeitraum von üblicherweise 7-12 Jahren zur Verfügung gestellt. Hierfür müssen laufend Zinsen sowie u. U. auch eine gewinnabhängige Vergütung entrichtet werden. Damit ist eine Stille Beteiligung grundsätzlich einem langfristigen Bankdarlehen ähnlich. Anders als bei diesem jedoch spricht der Stille Beteiligungsgeber normalerweise einen so genannten Rangrücktritt aus. Dies bedeutet, dass im Fall einer Insolvenz zunächst alle anderen Gläubiger bedient werden und der Stille Beteiligungsgeber erst dann seine Forderung auf Kapitalrückzahlung geltend machen kann – mit dem Risiko des Totalverlusts. . Durch diesen Rangrücktritt gewinnt die Stille Beteiligung trotz ihres Darlehenscharakters den Status wirtschaftlichen Eigenkapitals. Dennoch darf dabei nicht übersehen werden, dass eine Stille Beteiligung als langfristige Verbindlichkeit zu bilanzieren ist und somit Schulden für das Unternehmen begründet. Hiermit kann zumindest ohne einen Rangrücktritt auch die Gefahr einer bilanziellen Überschuldung drohen. Da diese Finanzierungsform im Ausland weniger bekannt ist, kann dies zudem u. U. bei Verhandlungen über weitere Finanzierungsrunden mit ausländischen Investoren zu Problemen führen. Daher ist es von Vorteil, wenn die Stille Beteiligung eine Wandlungsmöglichkeit in Eigenkapital vorsieht. In diesem Fall würde der Stille Beteiligungsgeber auf seine Ansprüche aus der Stillen Beteiligung verzichten und im Gegenzug Anteile an der Gesellschaft erhalten.

Als Reaktion auf den Einbruch des privaten Frühphasen-Finanzierungsmarkts für Hightech Start-Ups hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) gemeinsam mit der Deutschen Telekom AG, der BASF AG und der Siemens AG den High-Tech-Gründerfonds (HTGF) aufgebaut, der im Spätsommer 2005 mit einem Gesamtvolumen von 260 Mio. Euro gestartet ist. Mit diesem Kapital sollen technologie- und wachstumsorientierte Existenzgründungen und junge Unternehmen, die nicht älter als ein Jahr sind, die Möglichkeit einer Frühphasenfinanzierung erhalten. Zu diesem Zweck können die Start-Ups zusammen mit einem akkreditierten Coach bei der Hightech Gründerfonds Management GmbH eine Finanzierungsanfrage für 0,5 Mio. Euro stellen. Die Max-Planck-Innovation ist als Coach akkreditiert.
Ausführlichere Informationen finden Sie hier:

Go-Bio ist ein neues Förderungsinstrument des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Fördersumme von insgesamt 150 Mio. Euro. Anders als beim HTGF setzt die Förderung Go-Bio aber bereits in einer früheren Phase einer geplanten Ausgründung an. Go-Bio ist keine direkte Ausgründungsförderung, sondern eine Förderung der wissenschaftlichen Einrichtung. Dies bedeutet, dass Wissenschaftler mit Unterstützung ihrer Hochschule oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung einen Antrag auf finanzielle Unterstützung von Biotechnologie-Forschungsarbeiten stellen können, die hohes Anwendungspotenzial erkennen lassen. Zweck der Förderung ist es, Wissenschaftler mit einer eigenen Arbeitsgruppe an konkreten Anwendungs- und Kommerzialisierungsoptionen arbeiten zu lassen, so dass die Gründung eines Biotech-Start-Ups möglich wird.
Ausführlichere Informationen finden Sie hier:

EXIST-Forschungstransfer ist ein Förderprogramm, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) speziell für forschungsintensive Unternehmensausgründungen aus den außeruniversitären Forschungseinrichtungen aufgelegt wurde. Damit können auch Gründungsprojekte aus der MPG halbjährlich Fördergelder in der Vorgründungsphase beantragen, um bis zu drei Wissenschaftlerstellen am MPI für einen Zeitraum von 1,5 Jahren zu finanzieren. Sechs Monate nach Förderbeginn kann zudem eine weitere Person mit betriebswirtschaftlichem Know-How in das Projekt eingebunden und finanziert werden. Des Weiteren können Sachmittel von bis zu 50.000 € beantragt werden. Voraussetzung ist eine Co-Finanzierung der MPG in Höhe von aktuell 10% der Fördersumme. Hierbei empfiehlt sich eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit MI, um die gemeinsame Abstimmung zur Sicherstellung der 10%-igen Gewährleistung vorzunehmen. Mit den Fördermitteln in der Vorgründungsphase sollen insbesondere proof of concept Arbeiten geleistet werden.
In der sich anschließenden Gründungsphase können weitere 150.000 € beantragt werden, mit denen weitere Entwicklungsarbeiten finanziert werden sollen. Voraussetzung hierfür ist eine Co-Finanzierung in Höhe von bis zu 50.000 € durch die Gründer.
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